Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren sind Verfahren, die über die Entspannung des Körpers oder über Imaginationsarbeit Verkrampfungen lösen und zu wohltuenden Wirkungen auf die Psyche führen. Somit könnte man die meisten Entspannungsverfahren der körperorientierten Psychotherapie zurechnen. Dennoch möchte ich die Entspannungsverfahren hier gebündelt darstellen. Die nachfolgend genannten anerkannten Entspannungsverfahren setze ich unterstützend bei Beratung und Therapie ein oder sie sind im Rahmen des individuellen Behandlungskonzeptes integraler Bestandteil des Behandlungsplans.

Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Bei der progressiven Muskelrelaxation oder auch progressiven Muskelentspannung genannt, handelt es sich um ein Entspannungsverfahren, bei dem durch willentliches An- und Entspannen von unterschiedlichen Muskelgruppen in festgelegter Reihenfolge eine tiefe Entspannung erreicht werden kann. Die Methode ist, nach einer guten Anleitung und mit einiger Übung, auch allein durchführbar. Sie wird im therapeutischen Rahmen u.a. bei Angststörungen, Schlafstörungen, Stresssymptomen, Burnout und Kopfschmerzen angewandt. Die Progressive Muskelrelaxation ist eine Methode, die von den meisten Menschen relativ leicht erlernt werden kann, insbesondere wenn sie Schwierigkeiten haben, sich – wie etwa im Autogenen Training – ‘auf Befehl’ zu entspannen. Das Anspannen und anschließende Loslassen gelingt üblicherweise viel leichter.

Progressive Muskelrelaxation nach Olschewski

Dr. Adalbert Olschewski hat die klassische Form der Progressiven Muskelrelaxation noch weiter ausgebaut und einige Kurzformen erarbeitet, die in der Praxis sehr hilfreich sein können. So wird das Verfahren alltagstauglich und im Alltag leicht anwendbar.

 

Autogenes Training (Grundstufe)

Das autogene Training ist eine auf Autosuggestion basierende Entspannungstechnik. Es geht auf den Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz zurück und wurde 1926 erstmals vorgestellt. Heute ist es sehr weit verbreitet und wird in der Psychotherapie häufig eingesetzt.

Das AT (Autogenes Training) wird meist im Rahmen von 6-wöchigen Gruppenstunden gelehrt und kann durch eigenständiges Üben verinnerlicht und anschließend selbstständig angewandt werden.

In der hier gelehrten Grundstufe ist das Ziel, durch Autosuggestion zu einer tiefen Entspannung zu gelangen.

Die Anwendungsbereiche sind im präventiven Bereich (z.B. Vorbeugung von Burnout-Syndrom) ebenso zu finden wie im therapeutischen Bereich ( z.B. Somatoforme Störungen, Flugangst, Platzangst) und als unterstützende Behandlung, z.B. bei Krebserkrankungen im Rahmen der Psycho-Onkologie.

 

Tiefenentspannung durch Hypnose

Unter Hypnose kann es mit Hilfe des Therapeuten ohne lange Übungsreihen gelingen, schnell zu einer sehr tiefen, erholsamen Entspannung zu gelangen.

Insbesondere bei Stress und Überlastungssituationen kann diese Art der Entspannung zu schnellen, guten Resultaten führen. Bei diesem Verfahren kommt es ganz auf den Hypnotiseur an. Der Klient selbst muss nichts lernen oder üben. Er kann einfach ‘loslassen. Dies wird von den Klienten üblicherweise als sehr angenehm empfunden.

 

Meditationsübungen

Die Meditation wird in vielen Kulturen seit Jahrhunderten praktiziert.

In meiner Praxis arbeite ich mit der sogenannten Konzentrationsmeditation, auch Geistesruhe – Meditation genannt. Dabei konzentriert sich der Übende auf ein einziges Objekt wie zum Beispiel den spürbaren Atem, ein imaginiertes Bild oder einen einzigen Gedanken. Die konzentrierte Fokussierung auf einen Gegenstand bewirkt eine Ausschaltung bzw. Ersetzung des alltäglichen Gedankenflusses und führt so zu einer tiefen Beruhigung des Geistes. Die Konzentrationsmeditation wird im Rahmen von Gruppenstunden häufig von mir eingesetzt. Sie kann von den Teilnehmern leicht übernommen und in das alltägliche Leben integriert werden.

 

Achtsamkeitsübungen

Die Achtsamkeit ist Bestandteil vieler Meditationsriten, erfährt aber auch für sich alleine in Psychologie und Psychotherapie in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit und wird als eigenständiges Verfahren im Rahmen von unterschiedlichen Therapiekontexten eingesetzt.

Bei den Achtsamkeitsübungen geht es darum, die Aufmerksamkeit des Übenden in das Hier und Jetzt zu lenken. Die körperlichen, geistigen und emotionalen Phänomene im gegenwärtigen Augenblick werden wahrgenommen ohne sie zu werten. Ziel ist es, im Hier und Jetzt ganz da zu sein, achtsam zu sein, ohne an Gedanken, Gefühlen oder Empfindungen zu haften.

 

Das Erlernen der beschriebenen Entspannungstechniken können Sie in unregelmäßigen Abständen auch in Form von Gruppenkursen hier in der Praxis erlernen.